Ana Blandiana

                               ANA BLANDIANA - web

                     

             ANA BLANDIANA

             
                                             

         Variationen über ein bestimmtes Thema*

 


                           Poem über Liebe

           und Unzertrennlichkeit durch den Tod.

 

              *



    Ich wusste, es war bloss ein Kleid.
    Aber ich vergass es.
    Und erst als du beschlossen hast
    es auszuziehen
    erinnerte ich mich daran mit Angst
    und sofort fragte ich mich:
    „Warum mit Angst?
    Es ist nur ein Kleid
    selbst wenn so viele Jahrzehnte
    Leute glaubten, es wäre du.
    Jetzt endlich gibt es kein Missverständnis mehr.
    Ein abgeworfenes zerknittertes Kleid
    verbraucht, abgenutzt
    ohne jede Verbindung zu dir
    fremd, unter Blumen.
    Ich vergass es anzusehen
    und spürte deinen unaufhörlichen Blick
    der uns alle umschloss
    ohne Anteilnahme.
    Dich sah man nicht
    weil wie in dem Roman von Wells
    nur dein Kleid dich sichtbar machte
    und nur der Schnee auf deine Schulter
    auf deinen Kopf fallend
    konnte deine Gegenwart verraten.
    Aber es schneite nicht in der Kirche.

       
            *
 


    Was für ein Glanz strahlt der Schmerz aus!
    Die Märtyreraura
    bedeutet das.
    Aus dem Koffer mit deinen beschriebenen
                              Blättern
    sickert das Licht
    wie das Blut eines geschundenen Heiligen.

 
            *
 


    Es ist nicht wahr
    nicht „jeder Engel ist furchteinflössend “
    nie hatte ich Angst vor dir
    obwohl ich wusste, wer du bist
    und kaum konnte ich abwarten einzuschlafen
    um dir näher zu kommen
    damit deine Aura mich gierig umschlingt
    mich in Besitz nimmt
    wie eine elektrische Entladung…
    Und sogar jetzt
    wenn alles noch schwerer zu enträtseln ist
    und die Sinne sich weigern deine Gegenwart zu
                                        melden
    nicht ängstlich bin ich, sondern schläfrig
    ein leuchtender Nebel schwingend
    ein Luftstoss
    der keine Blätter bewegt.

 
            *
 


    Ich vermute, dass du auch jetzt siehst
    so wie du im Uterus deiner Mutter 
    sehen konntest
    die finstere nicht fassbare Wand.     
    Ich ahne es nur, denn ich habe keine
    Erinnerungen aus der Zeit davor
    und es ist peinlich mir vorzustellen
    was ich noch nicht erlebt habe.
    Aber nicht was man sieht
    sondern dass man sieht
    versuche ich zu glauben.
    Was gibt es vor und nach
    der unsicher gewordenen Grenze
    der Sinne
    und ausserhalb von Anfang und Ende
    meines einfältigen Alphabets….........

mai mult....mehr........

Web Design

 

[HOME] [DESPRE REVISTA] [REVISTA] [Sosan Zenji] [Cesare Pavese] [Dan F.- Seracin] [Magda Ursache] [Krzyst. Szatrawski] [Stefan D. Dancus] [Dan Anghelescu] [Mihaela Albu] [Radu Ciobanu] [Cselenyi Bela] [Mihaela Craciun] [Vasile Gogea] [Bed. Horasangian] [Ernst Jandl] [Doina Gurita] [Nicolae Iuga] [Attilio Bertolucci] [Petre I. Cretu] [Petru Iliesu] [Miron Kiropol] [Ruxandra Niculescu] [Ion Muresan] [Mircea Pora] [Petra Szocs] [Theodor Damian] [Eugen Dorcescu] [Werner Durrson] [Oscar Davico] [Raoul Schrott] [Victor Ravini] [Alejandra Pizarnik] [Paula Romanescu] [Laurian Lodoaba] [Anca Sirghie] [Geo Galetaru] [Luminita Rusu] [Cristina Botilca] [Mircea M. Pop] [Liviu Antonesei] [Florin Sindrilaru] [Petre Nicandru] [Mihaela Oancea] [Ana Blandiana] [Elisabeth Anton] [Hans Dama] [Werner Goebl] [Hellmut Seiler] [Victoria Comnea] [Bernhard Setzwein] [COLECTIA] [BIBLIOTECA] [CONTACT] [REDACTIA] [IMPRESSUM] [LINKURI UTILE]