Ioana Heidel

                         Ioana Heidel

                    

          IOANA HEIDEL
                     

                
      Traditionelle Hochzeit im Dschungel


Es war im Dezember 1983. Über den Rundfunk hörten wir die Nachricht, dass die gabunischen Studenten, die aus dem Ausland zurückkehrten, das Recht haben, Fahrkarten oder Flugtickets kostenlos zu erwerben, um die Verwandten im Inland zu besuchen.
Es war für mich eine große Freude, mir einen besonderen Wunsch zu erfüllen. Ich wollte unbedingt Weihnachten in Wolen-Nten, dem Heimatort von Jean, verbringen. Ich war extrem neugierig, das Leben des afrikanischen Dorfes und die Traditionen kennenzulernen, aber auch Besonderheiten zu entdecken.
Die Region Wolen-Nten, auch der Große Norden genannt, ist die neunte Provinz Gabuns. Hier leben überwiegend Menschen der Ethnie Fang, aber in einigen vereinzelten Gegenden, in Richtung der Stadt Bitam, auch die Pygmäen-Baka. Die Hauptstadt des Großen Nordens ist die Stadt Oyem. Da ich mich auf einem der kulturreichsten Kontinente befand, wollte ich unbedingt auch meine Neugier stillen.
….
Das Dorf Assok-Medzeng war der Punkt, der meine Gedanken bündelte, der Ort, an dem Träume, Neugierde und Wünsche sich miteinander verflochten. Es war auch der Ort, auf den sich meine Fantasie und Hoffnungen der letzten Jahre fokussiert hatten und er gab meinen Vorstellungen eine Bedeutung, eine Form und eine Farbe. Es war das Ende, eine wichtige Station meiner Entscheidung.
Nach Assok fuhren wir auf einer nicht asphaltierten, aber gut zugänglichen Straße, sodass der starke Toyota Land Cruiser, in dem wir uns befanden, keine Schwierigkeiten hatte, der Last standzuhalten und den Weg zu meistern.
Das Bild, das uns umgab, konnte man nur als Paradies betrachten. Soweit das Auge reichte, sah man nur Wald, Bananenbäume, Kokospalmen und ab und zu eine Aue.

                                              
Die Baumkronen der riesigen Bäume verhinderten das Durchdringen der Sonnenstrahlen.
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Die Überraschungen begannen auf dem Weg nach Assok. Die, die hinten saßen, machten einen Höllenlärm. Mein Herz blieb stehen. Wie konnte man sich da auch nicht erschrecken? Zuerst dachte ich, es wäre ein Ritual, um sich vor wilden Tieren zu schützen.

„Was ist passiert, was ist das für ein Lärm?, fragte ich Jean. Ich habe Angst und das Gefühl, mein Herz bleibt stehen“.
„Beruhige dich, fürchte dich nicht, denn es ist ein Brauch aufgrund deiner Anwesenheit und weil du zum ersten Mal auf diesen Boden trittst. Der Sinn ist, dich zu erschrecken und daran zu hindern, einen Bereich zu betreten, indem du sehr vorsichtig sein musst“.

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Als wir durch die afrikanischen Dörfer fuhren, hupten die Autos ohrenbetäubend. Schön gekleidet und mit traditionellen Frisuren kamen alle Menschen aus den Häusern, um uns mit Tänzen und Liedern zu empfangen. Die Kinder trommelten.
Es war faszinierend, ein Erlebnis, das mich in die Welt des Unwirklichen schickte. Unglaublich, wie viel Freude ihre Gesichter ausdrückten, mit wie viel Freude ihre Stimmen mit ihren rhythmischen Bewegungen harmonierten! Und all diese Rituale wurden mir dargeboten, als Zeichen des Willkommens in ihrer Welt, einer Welt, so wie sie von ihren Vorfahren geerbt hatten und sich nicht scheuten, sie mir vorzustellen.
….
Im Dorf Aba-Meba, dem Geburtsort des Präsidenten von Äquatorialguinea – einem Verwandten von Jean Edou – hielten die Autos vor der Schranke eines Kontrollpunkts, etwa zehn Kilometer von der Grenze entfernt. Ein alter Mann überwachte den Kontrollpunkt. Neben ihm befand sich ein Tam-Tam.
Einige Leute stiegen aus dem Auto, näherten sich dem Wachmann, tauschten ein paar Worte, dann verabschiedeten sie sich. Die Schranke öffnete sich. Hinter uns begann der alte Mann im spezifischen Rhythmus "Nkul" diese Trommel zu schlagen, ein Zeichen, das die Einheimischen warnte, dass wir uns ihren Dörfern näherten. Das Hupen der Autos konnte man von Weitem hören, sodass die Einheimischen aus den Häusern kamen, bevor wir das Dorf erreichten. Die Freude drückten sie durch das Geschrei „Ouééé-Ossun“ aus.

„Welche Bedeutung haben diese Wörter?“, fragte ich Jean.
„Wir werden darauf hingewiesen, dass wir unseren Weg in gleicher Richtung fortsetzen müssen“.

Nach ein paar hundert Metern erreichten wir ein anderes, ziemlich großes Dorf. Am Eingang wurden wir ........

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