Susann Blochberger

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      SUSANN BLOCHBERGER

               
           
James B. oder ein weiterer Grund um
                         gegen Kriege zu sein


                  
     Es lohnt sich schon deshalb gegen Kriege zu sein, da sonst die Zahl der Kriegsveteranen, die als berufliche Rehabilitanden ins Musikgeschäft wechseln, dramatisch zunehmen würde. Mehr als ein James Blunt ist nicht tolerierbar. Wenn man das „N“ aus seinem Nachnamen streicht, grinst einen das wahre Gesicht des Krieges an. Über die tragische Art seiner Kriegsverletzung, die ihn zur Aufgabe der militärischen Laufbahn zwang, braucht nicht spekuliert werden, da genügt Hinhören. Aber nichts für ungut James, du hast ja das Handtuch bereits einmal geworfen. Wie wäre es nun mit einem erneuten Wechsel, vielleicht als Zimmerjunge ins Hotelgewerbe? Einen Ausflug in ein seinem Grundberuf artverwandtes Metier unternahm er, als er sich als Sargträger von Queen Mum verdingte. Doch blieb dies ein einmaliges Ereignis. Entweder sterben zu wenig Royale oder der Job bereitete ihm keine Freude, da wahrscheinlich keiner seiner ehemaligen Kameraden am Ableben der ewig grinsenden Dame beteiligt war- oder?
     Liebe Politiker beendet die Kriege mit Rücksicht auf unsere Gehörgänge und die Geschmacksausbildung unserer Nachkommen!
Wer statt Soldat zu werden gleich einen ordentlichen Beruf erlernt, muss später nicht aus der Not heraus als Liedermacher sein Geld verdienen.
     Ich bin mir sicher, das ich in dieser Frage Unterstützung von vielen Seiten finde. Besonders bei den Hotelgewerkschaften. Gäbe es überwiegend Musikschaffen-de, deren erster Bildungsweg durch eine harte militärische Grundausbildung führte, fielen viele Arbeitsplätze im Hotelgewerbe weg, da nie mehr demolierte Hotelzimmer mit den Hinterlassenschaften alkoholisierter und zugedröhnter Gesangsakrobaten zu reinigen und zu renovieren wären!

          
     Statt dessen würden die Zimmermädchen in der Frühe - noch vor dem ersten Hahnenschrei – ein ordentlich geräumtes Zimmer nebst akkurat gemachtem Bett vorfinden. Was für ein Alptraum!  Die Grundidee der Umschulung von aussortierten Soldaten ist nicht neu. Im Erfinderland der beruflichen Rehabilitation, Frankreich, wurde schon im 12. Jahrhundert darüber nachgedacht, was man mit den kriegsversehrten umherziehenden Soldaten anstellen könnte, damit die nichts anstellen. Die Typen sind schließlich kundig im Umgang mit Waffen, haben keine Hemmschwelle mehr und meist auch kein Geld. Diese Komposition aus günstigen Voraussetzungen für privat initiierte weitere Feldzüge, fand die jeweilige herrschende Klasse schon immer ungünstig. Damals wurden die abgekämpften Soldaten ins Kloster gesteckt, wo sie - wie man sich gut vorstellen kann – ordentlich für Stimmung sorgten.
     Ludwig der XIV. gab dann im 17. Jahrhundert den Befehl, das „Hôtel national des Invalides“ zu bauen. Die Idee kam sicher von guten Beratern, schließlich war der König bekanntermaßen mit anderen Dingen beschäftigt. In diesem Invalidenheim wurden die Soldaten ebenfalls sichergestellt. Damit sie nicht auf dumme Gedanken kamen und sich an ihrem Unterhalt beteiligten, war Müßiggang passé. Nun mußten sie das Weberhandwerk erlernen oder andere handwerkliche Dinge verrichten. Dies hatte eine so beruhigende Wirkung auf die Probanden, daß es bis heute als Mittel in der Ergotherapie beibehalten wurde. Die Auswahl der Beschäftigung orientierte sich daran an welchen Extremitäten der Krieg sichtbare Spuren hinterlassen hatte bzw. welche Extremitäten überhaupt noch vorhanden oder beweglich waren. Das Leben im Heim blieb an klösterlichen Regeln orientiert, Gottesdienste gehör-ten weiter zum straff durch organisierten Tagesprogramm.

     Wir sollten anfangen zu überlegen, was wir mit unseren demnächst in größeren Mengen zu erwartenden Kriegsversehrten machen. Also mit denen, die noch heimkehren. Lebend meine ich. Auf jeden Fall internieren, damit die Öffentlichkeit nicht irritiert wird. Traumatisierte brauchen viel Ruhe. Seelsorger betreuen die Truppe ohnehin, da könnte man das alte Klostermodell wiederbeleben und noch einen Musiktherapeuten beigeben. So ein Invalidenhotel mit einem Knauf innen an den Türen, einem bewaffneten Portier in dezenter Uniform und einem schönen Elektrozaun drum herum. Da fühlt man sich wieder sicher, geborgen, be-schützt. Nur die Alpträume und Flashbacks werden damit nicht auszusperren sein.
Vorbeugend ist zu empfehlen nur ganz junge Nachwuchs-soldaten in den Krieg zu schicken. Wenn sie noch nicht die Möglichkeit hatten eigene Familien zu gründen, ..........

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