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                          Dem Magier der Worte
Vor 100 Jahren verstarb Rainer Maria Rilke (1875-1926) 


Einer der bedeutendsten Dichter der literarischen Moderne - Rainer Maria Rilke- eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke (geb. am 4. Dezember 1875 in Prag, gestorben am 29. Dezember 1926 im Sanatorium Valmont bei Montreux,Schweiz) prägte nachhaltig die literarische Moderne deutscher Zunge und gilt als der österreichische Dichter von Weltruf, der vonseiner anfänglichen impressionistischem Lyrik in den Duineser Elegien den poetischen Bogen bis hin zu klassischen Höhepunkten Goethes, Schillers und Hölderlin bewegte.

Rilkes Wurzeln sind in einem Kärntner altgedienten kaiserlichen Beamtengeschlecht zu finden; berufsbedingt war dieses in vielen Gebieten Europas verbreitet. Die Geburt des Dichters erfolgte in Prag. Nach dem Zerfall der elterlichen Ehe gelangte der junge Rilke in militärische Erziehung zunächst nach St. Pölten und anschließend für fünf Jahre nach Mährisch-Weißkirchen.

Ab 1894 erfolgten Studien in München, Wien und Berlin. Im Anschluss setzte eine umfangreiche Reisetätigkeit ein, die ihn nach Italien, Frankreich und um die Jahrhundertwende auch nach Russland brachte, wo er die sonderbare Welt Osteuropas und Leo Tolstoi kennenlernte. Nach einem längerem Aufenthalt (ab 1902) im niedersächsischen Künstlermilieu in Worpswede, gelangt er 1905 als Privatsekretär des Bildhauers Auguste Rodin nach Paris.

Im Ersten Weltkrieg diente er in der österreichischen Armee als 1-Jährig Freiwilliger; aus dieser Zeit stammen einige Anekdoten.

Ab 1921 lebte er im walisischen Schloss Muzot und starb im schweizerischen Val Mont bei Montreux am 29.12 1926 an Leukämie.

Eine interessante, neuromantische Mischung – bestehend aus einer etwas posierten aristokratischen Haltung, einem steilen Ästhetizismus, einer allumfassenden Erotik, herkömmlichen Epigonentum, noch unsicher neutönendem, betontem Individualismus, landesüblichem Pessimismus und ausgeprägter Zeitempfindlichkeit ist in manchen Werken der Neuromantik auszumachen. auszumachen.

Zugrunde liegt diesen Werken eine allgemeine geistige Grundlage betont österreichisch- wienerischen, jedoch ganz patirotismusfreie Haltung – der Bewegung, die Anstrengungen aus fast ganz Europa verwertet und ihren Zwecken dienstbar machte.

Aus solchen fragwürdigen Voraussetzungen erwuchsen dichterische Begabungen wie Hofmannsthals Anfänge und Rilkes Spätwerk in manchen Beziehungen.


Rilkes frühe Prosawerke wie auch seine dramatischen Versuche im Anfangsstadium seines Schaffens waren für seine literarische Laufbahn nicht von Bedeutung.( Jetzt und in der Stunde unseres Absterebens,1896, Im Frühfrost 1897, Ohne Gegenwart 1898, Das täglich Leben 1902). Diese Themen entstammen dem Prager Milieu, die aber später vom Dichter selbst nicht in die von ihm erstellte Gesamtausgabe (erschienen 1927: 6 Bde) aufgenommen worden waren. So auch die Novellenbände Am Leben hin 1898, Zwei Prager Geschichten 1899, die sich mit der Zeit des Dichters in der Kadettenschule in St. Pölten auseinandersetzen, in denen unüberwundene Schreckenserlebnisse nachklingen, in denen der junge begabte Mann gegenüber dem soldatischen Ausbildungsdrill eine tiefe Abneigung empfunden hatte. 

Die naive kindheitlich-frühjugendliche Gottesvorstellung des Dichters in vielen verschiedenen Facetten gelangt in Vom lieben Gott und Anderes (1900), ab 2. Auflage (1904): Geschichten vom lieben Gott zum Ausdruck
In den Novellen Die Letzten (1902) hingegen erfolgen sich in Traumbildern auflösende und doch erhalten gebliebene Überganstendenzen zur 45 Gedichte umfassenden Lyriksammlung Buch der Bilder (1902; 1.Auflage);1906 die um 37 Gedichte erweiterte 2. Stark veränderte).
 

Die schwierigen Erfahrungen seiner ersten Pariser Zeit hat Rilke später im ersten Teil seines 1910 erschienenen Romans in zwei Bänden Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Briggefestgehalten,in dem in Überlegungen gefassten Gedankengängen und weniger in aktionsreichen Darstellungen sich der Dichter über die Vorstellungen der Welt, deren Entwicklung und die Rolle des einzelnen Individuums in eine seelische Lage vertieft und Gedanken über die humane Existenz entwickelt. Außerdem ist es ein Bemühen um eine Ordnung ins bestehende innere Chaos des Dichters in seinem Leben zu gestalten, um sich vollständig der Zuwendung zu seinem künstlerischen Vorhaben hin widmen zu können. Es war auch ein Versuch bzw. eine Anstrengung, sich der herannahenden Krankheit widersetzen zu wollen.
 

Rilke gilt als stiller Gottsucher im Gegensatz zum prophetisch wirkenden Stefan George (1868-1933).

In seinem Buch Vom lieben Gott und Anderen (1900) schwankt der Dichter zwischen dialektischer Theologie und der Einfalt der einfachen-naiven kindlichen Gottvorstellung in all seinen Erscheinungsformen. In einer späteren Ausgabe erscheint das Werk unter dem Titel Geschichten vom lieben Gott.

Der Übergang zum Buch der Bilder erfolgt in seiner Novellensammlung Die Letzten (1902) „mit ihren gesteigerten, sich in Traumbilder auflösenden und doch nicht verschwimmenden Prosa…“

Im Buch der Bilder (1900) verzeichnetRainer Maria Rilkes einen ersten Höhepunkt seiner Dichtung.

Bereits in diesem Band sind die charakteristischen Wesenszüge seiner Dichtung erkennbar: tiefgreifende Melancholie, das Einfühlungsvermögen, sich in fremde Seelenwelten vorstellend einzufügen, in versinkenden Traumwelten zu schweben. Noch sind gewisse Einflüsse Stefan Georges nicht zu verkennen. Unverkennbar ist aber auch seine Vorliebe für gewählte .........

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