Hans Dama

                                     HANS DAMA - web 1

                                                               

 

                HANS DAMA
                       

                                      
             Schilfgesang
                  


     Durchs Rohr hinkt leis ein Abendwind,
     die Sonne wetzt die letzten Strahlen,
     die müden Vöglein schläfrig sind,
     suchen ihr Nest nach Futterqualen:

 
     Nicht reichlich war ihr Tisch gedeckt,
     die Opfer wollten nicht altaren,
     gar manches sich noch jetzt versteckt
     vor schwärmerischen Vogelscharen.

     Der blasserfüllte Abendsprung
     mahnt Mensch und Tier endlich zu sputen,
     Die Nachtschleier der Dämmerung
     mag keinem jetzt wohl noch zu muten,

     nun außer Hauses noch zu sein…
     in Dunkelheit – Gefahrenstille…
     Geräusche gehn durch Mark und Bein,
     und es erstarret jeder Wille…

     Nur drüben wiegt sich unerschrocken
     das Zartschilf leicht im Abendwind.
     In kühnen Träumen steigt ein Brocken
     voll Mutes und… wir Helden sind...
 
 
                          27. April 2017
 

 

         Erquickung

                                               
    Das Lüfterl kühl vom Wienerwald
    hinkt über schläfrige Dächer,
    besanftet lind mein Fenster bald,
    heimsucht die trauten Gemächer.

    Der Gruß Natur willkommen ist,
    belebt mein ständiges Grübeln;
    sich mit der stickigen Stube misst:
    Wer kann ihm das schon verübeln?


    Ich atme tief mit Wohlgefühl:
    Es ist mir alles willkommen…
    in meinem Gedankengewühl
    hab ich es gerne vernommen.


    Was schläft in Worthülsenkeimen,
    was aufgestaut seit langem ist,
    kann in Erfrischung ich reimen,
    verdrängen alltägliche Frist,


    die mahnend Begleiter mir ist.


                       18.08 2017

 

             Morgenbild

    Langweilig – , dahingeschwunden
    Manche Stunde müder Nacht;
    Schlaftrunken die Stadt gebunden,
    Greise Brunnen rieseln
    sacht.

    Langsam sinkt das Dunkel
    nieder, Blasse Dämm‘rung steigt
    empor: Durch gezuckte,
    graue Schleier Stoßen matte Streifen
    vor.

    Nur vereinzelt eilen Menschen
    Durch die öden Straßen
    schon: Ihre Schritte leis‘
    verhallen Gleichmäßig und monoton.

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