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Aus solchen fragwürdigen Voraussetzungen erwuchsen dichterische Begabungen wie Hofmannsthals Anfänge und Rilkes Spätwerk in manchen Beziehungen.
Rilkes frühe Prosawerke wie auch seine dramatischen Versuche im Anfangsstadium seines Schaffens waren für seine literarische Laufbahn nicht von Bedeutung.( Jetzt und in der Stunde unseres Absterebens,1896, Im Frühfrost 1897, Ohne Gegenwart 1898, Das täglich Leben 1902). Diese Themen entstammen dem Prager Milieu, die aber später vom Dichter selbst nicht in die von ihm erstellte Gesamtausgabe (erschienen 1927: 6 Bde) aufgenommen worden waren. So auch die Novellenbände Am Leben hin 1898, Zwei Prager Geschichten 1899, die sich mit der Zeit des Dichters in der Kadettenschule in St. Pölten auseinandersetzen, in denen unüberwundene Schreckenserlebnisse nachklingen, in denen der junge begabte Mann gegenüber dem soldatischen Ausbildungsdrill eine tiefe Abneigung empfunden hatte.
Die naive kindheitlich-frühjugendliche Gottesvorstellung des Dichters in vielen verschiedenen Facetten gelangt in Vom lieben Gott und Anderes (1900), ab 2. Auflage (1904): Geschichten vom lieben Gott zum Ausdruck In den Novellen Die Letzten (1902) hingegen erfolgen sich in Traumbildern auflösende und doch erhalten gebliebene Überganstendenzen zur 45 Gedichte umfassenden Lyriksammlung Buch der Bilder (1902; 1.Auflage);1906 die um 37 Gedichte erweiterte 2. Stark veränderte).
Die schwierigen Erfahrungen seiner ersten Pariser Zeit hat Rilke später im ersten Teil seines 1910 erschienenen Romans in zwei Bänden Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Briggefestgehalten,in dem in Überlegungen gefassten Gedankengängen und weniger in aktionsreichen Darstellungen sich der Dichter über die Vorstellungen der Welt, deren Entwicklung und die Rolle des einzelnen Individuums in eine seelische Lage vertieft und Gedanken über die humane Existenz entwickelt. Außerdem ist es ein Bemühen um eine Ordnung ins bestehende innere Chaos des Dichters in seinem Leben zu gestalten, um sich vollständig der Zuwendung zu seinem künstlerischen Vorhaben hin widmen zu können. Es war auch ein Versuch bzw. eine Anstrengung, sich der herannahenden Krankheit widersetzen zu wollen.
Rilke gilt als stiller Gottsucher im Gegensatz zum prophetisch wirkenden Stefan George (1868-1933).
In seinem Buch Vom lieben Gott und Anderen (1900) schwankt der Dichter zwischen dialektischer Theologie und der Einfalt der einfachen-naiven kindlichen Gottvorstellung in all seinen Erscheinungsformen. In einer späteren Ausgabe erscheint das Werk unter dem Titel Geschichten vom lieben Gott.
Der Übergang zum Buch der Bilder erfolgt in seiner Novellensammlung Die Letzten (1902) „mit ihren gesteigerten, sich in Traumbilder auflösenden und doch nicht verschwimmenden Prosa…“
Im Buch der Bilder (1900) verzeichnetRainer Maria Rilkes einen ersten Höhepunkt seiner Dichtung.
Bereits in diesem Band sind die charakteristischen Wesenszüge seiner Dichtung erkennbar: tiefgreifende Melancholie, das Einfühlungsvermögen, sich in fremde Seelenwelten vorstellend einzufügen, in versinkenden Traumwelten zu schweben. Noch sind gewisse Einflüsse Stefan Georges nicht zu verkennen. Unverkennbar ist aber auch seine Vorliebe für gewählte .........
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