Heinz Uwe Haus

                                                                                                              

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            HEINZ-UWE HAUS

      


    Wie das „Fremde“ zum „Eigenen“ wird - zum
    „kulturpolitischen Auftrag“ des Jazz während
                          des Kalten Krieg


      Der Kampf um Freiheit und freiheitliches kritisches Denken ist eine geschichliche Wegweisung, wie sehr auch die „Gegenwartsbewältigung“ andere Prioritäten zu setzen scheint. Brecht schreibt: „Das Heute geht gespeist durch das Gestern in das Morgen.“1

Im gegenwaertigen Prozess der Globalisierung stoßen zwei Dynamiken aufeinander. Die eine zielt auf die Nivellierung kultureller Unterschiede, die andere betont die Notwendigkeit der Vielfalt kultureller, sozialer und ökonomischer Entwicklungen in den verschiedenen Regionen der Welt. Im Umgang mit diesen Dynamiken liegt eine der großen Herausforderungen unseres Jahrhunderts. Um dieser gerecht zu werden, gilt es, die Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den Kulturen intensiver historisch-anthropologischer Forschung und Reflexion zu unterziehen und „aufzuheben“; darauf aufbauend muss auch die „Europaeisierung“ der Europaeischen Union mehr denn je als interkulturelle paneuropäische Aufgabe begriffen werden.

Grundlegende Initiativen kulturellen Wandels und Aufbruchs sind in (West-) Europa bekanntlich nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Vereinigten Staaten ausgelöst worden. Von den atlantischen Revolutionen über Wilsons Idealismus bis zur Atlantik-Charta und Roosevelts Vereinten Nationen: das Ideal einer offenen Gesellschaft war für die Herausbildung zivilgesellschaftlicher Strukturen im Nachkriegswesteuropa prägend und der amerikanische Einfluss entsprechend groß. Dazu gehört auch der nachhaltige Einfluss von Kunst, wie z.B. des Jazz, der schon vor dem Krieg und während der Zeit des Eisernen Vorhangs westliche Werte-Identität förderte. Die 1948 in Berlin gegründete RIAS-Big Band war zweifelsohne ein kulturpolitischer Auftrag der Alliierten in der geteilten Hauptstadt. 

       
Fritz Rau benennt ihn klipp und klar: „Der Jazz war Entnazifizierung an Leib und Seele“, 1986 in einem RIAS-Gespräch mit Kathrin Brigl. In den 70er und 80er Jahren waren Konzerte in den Westberliner Clubs Quasimodo, der Jazzgalerie oder dem Quartier Latin herausfordernde Pendants für die wachsende Jazz-Szene im Osten der Stadt, die seit 1965 durch die Konzerte Jazz in der Kammer oder Lenz‘ Big Band Tourneen nicht nur auch international Resonanz fanden, sondern entscheidenden Einfluss auf die Rock-musik und alle Spielarten von Rhythm and Blues bis hin zur experimentellen Musik und Modern Jazz hatten, die sich der herrschenden Ideologie verweigerten und ihre eigenen aesthetischen Formen entwickelten. 

Trotz seiner ästhetischen Eigenständigkeit hat der Jazz – mit Wurzeln in der Blues-Tradition der Afroamerikaner, der Volksmusik der Euroamerikaner und der frühen städtischen Popularmusik – seine Beziehung zu Volksmusik und traditionellen Musikstilen nie ganz aufgegeben, sie sorgten mit zu seiner internationalen Verbreitung. Kann Jazz auch unter den heutigen Bedingungen als gesellschaftliches Vorbild dienen? So wurde der Jazz 1987 in den USA zum Nationalen Kulturschatz erklärt, weil er das Potential habe unterschiedliche gesellschaftliche Gruppe miteinander zu verbinden. Betrachten wir diesen Aspekt.

Der unaufhaltsame Erfolg der American Popular Culture hing bekanntlich maßgeblich davon ab, wie es dieser gelang, deviante Gegenkulturen und soziokulturelle Opposition in den mainstream zu integrieren. „Die Lebendigkeit und damit auch die Globalisierbarkeit dieser Kultur zeigt sich in ihrer Fähigkeit, Vielfalt zu integrieren und umzugestalten, ohne sie vollends einzuebnen."2 Im. Erfolg lag stets zugleich eine Wurzel für Spannungen. Hollywoodfilme z.B. wurden von Beginn an für ein multiethnisches und klassenmäßig fragmentiertes Publikum hergestellt. Sie waren zu keinem Zeitpunkt ausschließlich für eine herrschende Elite gedacht. Sie wirkten egalitär. Ähnliches könnte man für die amerikanische populäre Musik ausführen. „Es entstanden populärkulturelle Formen, deren Bildersprache oder deren musikalische Prinzipien zumindest theoretisch universal verstehbar waren. Insbesondere zeichneten sie sich durch eine ungemein fruchtbare, kulturübergreifende mythopoietische Kraft aus. Amerikanische Filme, Romane und Melodien sprachen Menschen unterschiedlichster Kulturen mit einer Unmittelbarkeit an, die sie ihrer antielitären Herkunft verdankte.“3 Ausserdem – und das ist entscheidend - stifteten eine multiethnische, rassisch und sozial diverse, kapitalistische Identität, die nach dem Zusammenbruch der europäischen Vorkriegsordnung vor allem der Jugend Europas Hoffnung auf einen Neuanfang gab. Bis in die Mitte der Fünfziger Jahre schien man sich in Ost und West einig: „Nicht etwa der Amerikanismus führt zum kulturellen Niedergang, sondern der weltweite Materialismus. Das muß deutlich gesagt werden!“, postuliert ein Schweizer ..........

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